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Stör

(Acipenser sturio)

Der Stör ist eine anadrome Art, d.h. er ist ein überwiegender Bewohner des Meeres, der zum Laichen in die Flüsse aufsteigen muss. Es gibt etwa 20 Arten, die die Nordhalbkugel besiedeln. Die Abgrenzung einzelner Arten ist umstritten. Störe gehören zu den ältesten noch lebenden Vertretern der Knochenfische. Der in Schleswig-Holstein ehemals beheimatete „Gemeine Stör“ gehörte in früheren Jahrhunderten zu den fischereiwirtschaftlich wichtigsten Fischarten. Seitdem 1969 in der Untereider der letzte Stör gefangen worden ist, gilt der Stör in unserem Land als ausgestorben.

Stör

Für den Niedergang dieser Fischart sind mehrere Faktoren verantwortlich. Überfischung, der lange Zeit intensiv betriebene Ausbau von Gewässern und deren Verschmutzung sind dabei die Hauptgründe.

Ein weiteres Kennzeichen beim Stör ist der im Vergleich zu anderen Fischarten späte Eintritt der Geschlechtsreife. Männliche Störe erreichen die Geschlechtsreife im Alter von 7 - 9 Jahren bei einer Länge von 1,20 - 1,50 Meter während die weiblichen Tiere erst im Alter von 8 -14 Jahren und einer Länge von 1,50 - 1,80 Meter laichreif werden. Die im April bis Juli zum Laichen aufsteigenden Störe suchen zum Ablaichen tiefe, kiesige, stark durchströmte Kuhlen auf. Die Fruchtbarkeit ist erstaunlich hoch. Große Rogner können mehrere Millionen Eier abgeben. Wegen ihres Laiches, der als Kaviar teuer vermarktet wird, werden diese großartigen Fische nach wie vor in einigen Regionen rücksichtslos befischt und damit an den Rand des Aussterbens gebracht.

Die ca. 3 mm großen Eier kleben an Steinen des Untergrundes fest und sind bei der Ablage in dicke Schleimmassen eingehüllt. Die Eier entwickeln sich innerhalb von nur 3 - 6 Tagen. Je nach vorherrschender Wassertemperatur schlüpft die ca. 9 mm große kaulquappenähnliche Larve. Bei der Entwicklung in natürlichen Gewässern wird am Ende des ersten Sommers eine Größe von etwa 11 - 21 cm erreicht. Die jungen Störe bleiben vermutlich 1 - 2 Jahre bis zu einer Länge von 40 - 60 cm im Süßwasser, um dann ins Wattenmeer abzuwandern. Bis zum Eintritt der Geschlechtsreife halten sie sich im Meer auf, zum Laichen steigen sie dann wieder in die Flüsse auf. Die Nahrung des Störs besteht vorzugsweise aus den am und im Boden lebenden wirbellosen Tieren, aus kleinen Krebsen, Muscheln, Schnecken und Würmern, es werden jedoch auch kleinere Fische gefressen, so die im Boden eingegrabenen Sandaale.

Quelle:
LSFV Schleswig-Holstein - Der Stör

st/stoer.txt · Zuletzt geändert: 2008/11/22 08:15 von joern
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