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Fortpflanzung

Unsere einheimischen Fischarten sind grundsätzlich zweigeschlechtlich. Der Eintritt in die Geschlechtsreife ist bei den Fischarten unterschiedlich. In aller Regel tritt diese jedoch bei günstigen Ernährungsbedingungen im Alter von 3 - 5 Jahren ein. Beim Aal dauert dieser Entwicklungsprozess ca. 12 - 15 Jahre. Während die meisten Fischarten in ihrem Leben mehrfach laichen, findet die Fortpflanzung des Aales nur am Ende seines Lebens statt.

In aller Regel gibt es zwischen männlichen und weiblichen Fischen außerhalb der Laichzeit keine besonderen Unterscheidungsmerkmale. Bei einigen Fischarten gibt es jedoch Unterschiede in der Flossengröße und -beschaffenheit sowie bei der Körpergröße und -färbung. So ist z.B. der weibliche Aal stets größer als der männliche; das Männchen der Elritze nimmt an der Bauchseite eine rötliche Färbung an. Die männliche Schleie hat größere Bauchflossen als das Weibchen.

Mit zunehmender Reife schwellen die in der Bauchhöhle liegenden Geschlechtssorgane stark an. Mit Beginn der Laichzeit werden durch die hormonale Steuerung äußerlicher Veränderungen bemerkbar. Insbesondere Männchen verändern ihre Hautfärbung oder bekommen körnigen Ausschlag am Kopf und Rumpf. Bei einigen Salmonidenarten bilden die männlichen Tiere am Unterkiefer einen Laichhaken aus. Spezifische Veränderungen am Fischkörper bilden sich nach der Laichzeit regelmäßig zurück.

Die Befruchtung findet außerhalb des Fischkörpers durch gleichzeitige Eiablage und Samenabgabe statt. Die Art und Weise der Eiablage ist völlig unterschiedlich. Eine Außnahme bildet die Aalmutter. Bei dieser Fischart gebärt das Weibchen nach einer inneren Befruchtung lebende Junge.

Einige Fischarten legen die Eier mit einer Legeröhre in Teichmuscheln oder andere Großmuscheln ab. Unmittelbar danach wird von dem Männchen die Samenflüssigkeit darüber gegeben. Stichlingsmännchen bauen ein Nest, in das die Weibchen die Eier legen. Das Nest wird dann vom Männchen bewacht.

Nach Art der Eiablage unterscheiden wir:

  • Freiwasserlaicher (Die Eier schweben im Wasser, z.B. Quappe und Dorsch)
  • Kiesbettlaicher (Die Eiablage erfolgt in Kiesmulden, z.B. Salmoniden, Äschen und Barben)
  • Krautlaicher (Die Eier werden an Pflanzen abgelegt, z.B. Rotfeder, Güster und Zander

Die Laichzeit ist jedoch unterschiedlich. Je nach Fischart verteilen sich die Laichzeiten über das gesamte Jahr. Forellenartige Fische (Salmoniden) gehören zu den Winterlaichern und legen ihre Eier in Kiesmulden ab. Karpfenartige Fische (Cypriniden), wie z.B. Karpfen, Brassen, Rotauge und Schleie, sind Sommerlaicher. Sie führen ihre Fortpflanzung in der Zeit von Mai bis Juli durch. Hechte laichen im Frühjahr in flachen, verkrauteten Uferzonen oder auf überschwemmten Wiesen.

Eine Sonderstellung im Laichverhalten nimmt der Aal ein. Er laicht nur einmal im Leben in der Sargasso-See im westlichen Mittelatlantik. Nach dem Schlupf treiben seine Larven über einen Zeitraum von etwa 3 Jahren mit dem Golfstrom nach Europa. Vor den Küsten entwickeln sie sich zu den sogenannten Glasaalen fort und steigen die Fließgewässer herauf. Nach Jahren des Heranwachsens im Stadium der Gelbaale wandern die laichbereiten Aale wieder in den Westatlantik zurück.

Die Dauer der Entwicklung der befruchteten Eier wird maßgeblich von der Wassertemperatur bestimmt. Je wärmer das Wasser, desto schneller entwickeln sich die Embryonen. In diesem Zusammenhang sprechen wir von Tagesgraden. Dauert die Entwicklung z.B. 200 Tagesgrade, dann sind 20 Tage bei einer Wassertemperatur von 10°C bis zum Schlüßfen der Brut erforderlich. Beträgt indessen die Wassertemperatur 20°C, dann beträgt der Zeitraum nur 10 Tage.

f/fortpflanzung.txt · Zuletzt geändert: 2008/07/20 08:45 von admin
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